Badespaß am Strand von Mittelsbüren in den 1920er Jahren.
Quelle: Digitales Heimatmuseum

Bade-Lexikon: das „wilde Strandbad“ in Mittelsbüren

Ganze Generationen vergnügten sich einst am Weserstrand von Mittelsbüren. Ein Luftbild von 1928 zeigt den Schauplatz des Badevergnügens, geradezu idyllisch liegt die Ortschaft unberührt am Wasser. Ungefähr aus der gleichen Zeit stammt eine Aufnahme aus dem Bestand des Digitalen Heimatmuseums, das badelustige junge Leute am Strand von Mittelsbüren zeigt. Die spätere Klöckner-Hütte am gleichen Standort war damals noch ferne Zukunftsmusik.

Das Dorf Mittelsbüren lag nordwestlich von Bremen an der rechten Weserseite. Die Häuser standen hinter dem Weserdeich, der ein sehr breites Vorland (Grode) bis zur Weser hatte. 1246 erwähnen die Urkunden Mittelsbüren als Middelburen. Im 15. Jahrhundert wird es bremisches Gebiet, musste 1741 an das Kurfürstentum Hannover abgetreten werden und wird 1803 wieder bremisch. 1946 kommt es zum Stadtteil Burglesum. 1954 musste es den Planungen für die Ansiedlung der Klöckner Stahlwerke weichen.

Die Weser auf Höhe von Mittelsbüren auf einer Karte von 1926.
Quelle: Peter Strotmann

Die  Stadt Bremen übernahm 1954 die Enteignung der Landflächen mit etwa 50 Gebäuden und 1957 nahm Klöckner, als Nachfolger der Norddeutschen Hütte, die Produktion am Standort Bremen auf. Vom Dorf Mittelsbüren sind heute nur noch die Moorlose (mutterlose) Kirche, das Pfarrhaus, die ehemalige Dorfschule und, sicher vielen bekannt, das Gasthaus „Zur Moorlosen Kirche“ übrig geblieben. Und ein uraltes, 1586 errichtetes Bauernhaus, das zerlegt und auf dem Gelände des Focke-Museums wiederaufgebaut wurde. Dort ist es heute als „Haus Mittelsbüren“ zu sehen.

Der Mittelsbürener Strand war bis Anfang der 1950er ein beliebtes Ausflugsziel. Das Digitale Heimatmuseum hat drei Fotos und ein Tondokument ins Netz gestellt. Es ist ein Stück Lebensgeschichte von Sigrid Bauermeister, die in der Nähe der Industriehäfen aufgewachsen ist.

von Peter Strotmann

Das Dorf Mittelsbüren auf einer Luftaufnahme von 1928. Im Hintergrund ist die Ochtum-Mündung zu erkennen.
Quelle: Staatsarchiv Bremen